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Strukturelle Veränderungen des Publikationswesens

Die interaktiven Medien sind dabei, das Publikationswesen grundlegend zu verändern.

1. Ausgelöst durch die interaktiven Medien befindet man sich derzeit in einer Phase der Umstrukturierungen.

2. Geschäftsmodelle ändern sich, es besteht eine Parallelität von Kaufprinzip für das Printmedium und Lizenzierungsprinzip für die elektronischen Medien.

3. Es kam zu Preissteigerungen bei wissenschaftlichen Publikationen und Abhängigkeit der Hochschulen von der Dominanz der Verlage bei Registrierung, Zertifizierung und Verbreitung wissenschaftlicher Information.

Journal Impact Factor (JIF)

Der Journal Impact Factor (JIF) soll das neue Maß für das „Journalprestige“ sein, er wird berechnet aus dem Verhältnis von Artikeln und Zitierungen. Der JIF kann jedoch nur bei Verwendung von teuren XML-Technologien in entsprechenden Abteilungen für Contentmanagement mit wiederum sehr hohen Personalkosten errechnet werden. Kann die Qualität eines wissenschaftlichen Beitrags tatsächlich „errechnet“ werden? Ist es nicht so, dass das hier beschriebene Vorgehen bekannte Autoren bevorzugt? Neue wissenschaftliche Arbeiten werden zu Beginn von der Öffentlichkeit kaum beachtet, der „Start“ wird erschwert.

Digitalisieren von Klassikern

Welche Art von Publikationen sollen elektronisch publiziert werden? Jean-Noël Jeanneney schreibt dazu: „Ich bin der Meinung, dass den Klassikern, die das Fundament unserer Zivilisation bilden, unter den so reichlich vorhandenen urheberrechtsfreien Schriften der Vorrang gewährt werden sollte, und zwar in allen Ländern: den Enzyklopädien, den Zeitschriften der wissenschaftlichen Gesellschaften, den Standardwerken, die die Entwicklung der Wissenschaft und Literatur maßgeblich vorangetrieben haben, deren zahlreiche Übersetzungen von ihrer Bedeutung für unseren Kontinent zeugen“. [ Jeanneney, Jean-Noël: Googles Herausforderung. Für eine europäische Bibliothek. Berlin 2006, S. 12]

Allgemeine Trends

1. Ständige Zunahme des globalen Informationsvolumens

2. „Demokratisierung der Produktionsmittel“ durch die technologische Entwicklung der letzten zwei Jahrzehnte

3. Die globale Vernetzung durch das semantische weltweite Netz

Optimieren von Verlagsprozessen

Aufgrund der hier beschriebenen Entwicklungen ist es notwendig geworden, Verlagsprozesse zu optimieren – die Rolle des Verlags ändert sich. Elektronische Distributionsformen mit kurzen Prozesszyklen sind zu implementieren – Informationstechnologien müssen die Integration der Prozesse ermöglichen. Ebenso ist die tägliche Aktualisierung von den qualitativ hochwertigen Inhalten (Content) notwendig, die Zeitspanne bis zur Verfügbarkeit am Markt ist kurz zu halten. Das Verbuchen der Erlöse aus Microcontent muss automatisch erfolgen – gesamte Geschäftsprozesse müssen vollautomatisiert ablaufen. Beim Crossmedia-Publishing werden Satzsysteme bidirektional eingebunden, es erfolgt keine Unterscheidung mehr zwischen Online- und Printredaktion, „Online first“ wird immer häufiger.

Zuletzt geändert am 4. November 2009

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