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Ontologie

Die Ontologie oder Allgemeine Metaphysik (Philosophie) beschäftigt sich mit den Grundstrukturen des Seienden (griech. Ontologie von on = seiend). Der Anspruch der Ontologie ist, eine allgemeinste Wissenschaft von allem überhaupt zu sein. [24] Im semantischen Netz werden Ontologien mit den technischen Möglichkeiten der Informatik umgesetzt. Das semantische Netz führt zu Abspaltungsprozessen in der Netzgemeinschaft. 

Nicht mehr als zeitgemäß empfundene Netztechnologien werden von neueren Technologien abgelöst. Secession (lat. secessio = Abspaltung) bedeutet in der Kunst die Abwendung von einer nicht mehr zeitgemäß empfundenen Kunstrichtung. In einer aktuellen Ausstellung der Wiener Secession mit folgendem Titel: „I (ICH) / PERFORMATIVE ONTOLOGY” und auf deren Website finde ich folgende sehr interessanten Zitate:

„Der Begriff Ontologie wird in der Philosophie in Zusammenhang mit Konzeptualisierung definiert. Konzeptualisierung ist eine abstrakte, vereinfachte Sicht der Welt, die wir aus verschiedenen Gründen abzubilden wünschen. [...]

Eine Ontologie ist die explizite Spezifikation einer Konzeptualisierung. Der Ausdruck ist der Philosophie entlehnt, wo er eine systematische Aufzeichnung des Seins bezeichnet.” (T.R.Gruber, A Translation Approach to Portable Ontology Specifications, 1993) [...]

Ontologie gibt es nur im individuellen Leben, im Individuum, im „Ich” der jeweils konkreten Zeit. Ontologie interessiert uns nicht als sprachliche oder theoretische Dimension im Sein des Einzelnen, sondern als performative, zeitliche Dimension. Zudem verändert sie sich so sehr, dass dieselbe Person in unterschiedlichen Lebensphasen auf die selben Herausforderungen unterschiedlich reagiert. Deswegen sprechen wir von performativer Ontologie. [...]

Die in der Secession gezeigten Arbeiten setzten sich mit Zeitlichkeit, dem Verhältnis von subjektivem und allgemeinem Wissen, von Intimität und Öffentlichkeit auseinander. Einige sind Aufzeichnungen wichtiger Lebenssituationen, andere analytische Beobachtungen gesellschaftlicher Strukturen. [...]

Jan Mancuska beispielsweise schreibt den einfachen Satz an die Wand: „43. Die Anzahl der Atemzüge, die ich mache, während ich diese Zahl schreibe.” [25]

Der Begriff „Ontologie” wird also von verschiedenen Gemeinschaften (Communities) verwendet u.a. auch in der der Künstlichen Intelligenz (Artifical Intelligence). Die Hauptaufgabe einer Ontologie in der Informatik ist es, Kommunikation zwischen Computersystemen zu ermöglichen – völlig unabhängig von bestimmten Systemarchitekturen und Applikationen.

Am Beginn der Informationssystemplanung der Informatik

listet man Objekte oder Begriffe – die wichtigsten des jeweiligen Fachbereichs und Definitionen – die diese genau abgrenzen. Dies erfolgt meist in Zusammenarbeit mit Experten des jeweiligen Fachgebiets. Diese betrachten ihre „Erfahrung von der Welt“ und untersuchen was ihre Grundzüge und Charakterisika sind – das wäre der direkteste Zugang. Ein weiterer möglicher Zugang ist der über die Sprache – ein sehr häufig gewählter. Man betrachtet die Grundstrukturen der Sprache, um die Grundstrukturen des Wirklichen und Nichtwirklichen zu erkennen. [26] Der zentrale Begriff in der Ontologie ist „Entität” (vgl. Meixner, Uwe: Einführung in die Ontologie, S. 18):

„Entität (nach dem scholastischen Kunstwort „entitas”, das von „ens” – „seiend” – abgeleitet ist, wobei „ens” als Partizip Präsens zu „esse”, das übrigens kein Partizip Präsens hatte, ebenfalls eine scholastische Neuprägung ist)” [27]

Im Rahmen der Informationssystemanalyse wird meist ein Entity-Relationship-Diagramm (ER-Diagramm) erstellt. Es werden die Arten von Objekten (=Entitäten), Objekteigenschaften (=Attribute) und Objektbeziehungen (=Relationen) sowie Gesetzmäßigkeiten eines bestimmen Fachbereichs in einer standardisierten formalen Sprache beschrieben. Diese ER-Diagramme werden in der Folge mithilfe von objektorientierten Datenbankmanagementsystemen implementiert. Ontologien können zum Beispiel in folgenden Informationsmanagementsystemen umgesetzt werden: [28] Informationsportale und -systeme, die das Mapping von Genen von Pflanzen oder Tieren ermöglichen Medizinische Informationsportale und -systeme, die die bestmögliche und aktuellste medizinische Dokumentation zusammenstellen, um die für die Gesundheit der Patienten Verantwortlichen optimal zu informieren

Objektorientierte Datenbankmanagementsysteme (DBMS)

Ein objektorientiertes Datenbankmanagementsystem (DBMS) erlaubt es, viele verschiedene Datenformate wie Text, Zahlen oder auch Audio- und Videoobjekte und abstrakte Datentypen zu speichern und den Einsatz von Klassen und Objekten zu unterstützen. [29] Somit können Ontologien in diesem DBMS implementiert werden. Das Objektparadigma, das in einer solchen Datenbank implementiert wurde, kann nach André Berten (Universität Siegen) folgendermaßen beschrieben werden: [30]

1. Unsere Welt besteht aus Objekten. 2. Zu jedem Objekt gehört ein Verhalten, d.h. Objekte werden durch ihre Funktionalität bestimmt. 3. Jedes Objekt besitzt bestimmte Eigenschaften. 4. Die Funktionalität ist bekannt, aber nicht die Realisierung. 5. Objekte reagieren auf Botschaften. 6. Objekte entscheiden, wie sie auf eine Botschaft reagieren. 7. Verschiedene Objekte können unterschiedlich reagieren. 8. Objekte erben Merkmale und Fähigkeiten als Folge ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Klasse.

[24] Vgl. Meixner, Uwe: Einführung in die Ontologie, Darmstadt 2004, S. 9. [26] Vgl. ebenda, S. 10. [27] Vgl. ebenda, S. 18. [28] Vgl. Leuf, Bo: The Semantic Web: crafting infrastructure for agency, London 2006, S. 158. [29] Vgl. Winkler, Peter: Computer Lexikon 2005, Alle Fachbegriffe zu jedem Thema XXXL, München 2005, S. 215. [30] Vgl. Krüger, Jörg Dennis / Kopp, Matthias: Web Content managen. Professioneller Einsatz von Content-Management

IFrame: 
Ontologie: In Britannica
  • Webbrowser hinterlassen eindeutige "Fingerabdrücke" « DiePresse.com - Zitat:
    Durch die Tatsache, dass jeder installierte Browser unterschiedliche Plugins oder Erweiterungen noch dazu bekommt, lassen sich die Programme leicht herausfiltern. Mit Adobe Flash und Java Plugins wurde die Erkennungsrate sogar auf 94 Prozent erhöht.
    DiePresse.com, 18. 5. 2010
  • YouTube - Was ist LinkedIn? -
  • Stop Thinking, Start Tagging: Einsatz von Tags verbessert Websuche deutlich - computerwoche.de - „Schlagworte, sogenannte "Tags", kommen im Web häufig zum Einsatz, um Inhalte zu beschreiben. Informatiker haben unter Leitung der TU Graz einen Ansatz entwickelt, um derartige Tags künftig geschickt zu verknüpfen, um so mehr über das Internet zu erfahren.”
    Zitat Computerwelt.at 21.4.2010
  • Links for 2010-03-17 -